Vor 175 Jahren begann in Zürich eine Erfolgsgeschichte mit einem Handwerk, so alt wie die Menschheit: Mit der Gründung der ersten Leimfabrik der Schweiz legte Heinrich Glättli und Heinrich Geistlich den Grundstein für das Unternehmen Geistlich – einem Pionierunternehmen, das Tradition und Innovation bis heute vereint.
Die Geschichte der Firma Geistlich beginnt im Jahr 1825 mit der Geburt von Heinrich Geistlich in Greifensee. Als Schlossermeister in Meilen arbeitet er für seinen Glaubensbruder Heinrich Glättli, der 1851 in Riesbach die erste Leimfabrik der Schweiz gründet – die sogenannte «Lymhütte». Diese Fabrik markiert den Ursprung des heutigen Unternehmens Geistlich. Noch heute erinnert die «Leimgasse» im Zürcher Stadtteil an diesen historischen Ort.
Die Geschichte des Leims reicht bis in die Steinzeit zurück. Hochkulturen wie die Ägypter, Griechen und Römer nutzten tierische Stoffe zum Kleben. Im Mittelalter war Leim vor allem in der Buchbinderei und Holzverarbeitung gefragt. Mit der Aufklärung nahm das Wissen über die chemischen Grundlagen zu. Ab dem 20. Jahrhundert führten technologische Fortschritte zu synthetischen Klebstoffen, die langlebiger und vielseitiger sind.
Geistlich prägte die Leimherstellung über 150 Jahre lang – durch die Verbindung von traditionellem Handwerk und moderner Technologie wurde aus einem einfachen Produkt ein innovativer Industriezweig. Dieser wurde veräussert, der Leim ist aber heute noch verfügbar.
Eine zentrale Figur in der Geschichte des Unternehmens war Eduard Geistlich. Er war nicht nur Unternehmer, sondern auch sehr engagiert für die Region.
Als die Leimfabrikation 1869 nach Schlieren verlegt wurde, war Geistlich das erste Industrieunternehmen am Ort – und prägte damit entscheidend die Entwicklung der Region. Mit nur 13 Mitarbeitenden begann hier auch die Düngerproduktion, die entleimte Knochen verwertete.
Der damals 16-jährige Eduard Geistlich trat 1872 in die Firma ein und übernahm sie 1884 als alleiniger Inhaber. Mit visionärem Unternehmergeist baute er Geistlich zu einem international erfolgreichen Betrieb aus. Trotz hoher Schutzzölle und starker Konkurrenz überzeugten die Produkte durch Qualität und machten die Marke Geistlich europaweit bekannt.
Doch Eduard Geistlich war mehr als ein Unternehmer: Er brachte die erste Elektrizität nach Schlieren, beteiligte sich am Bau der Limmattalbahn und installierte das erste Telefon vor Ort. Sein Engagement für die Gemeinschaft setzte Massstäbe – vom Kindergarten über das Wohlfahrtshaus bis hin zur Förderung von Wohnraum für Mitarbeitende.
Dieser Pioniergeist lebt bis heute weiter: Geistlich steht für Innovation, Verantwortung und gesellschaftliches Engagement – damals wie heute.



